Micaela Stumme, Diakonin

Diakonin, im Einsatz als Jugendleiterin und Mitarbeiterin in der Kindertagesstätte der evangelischen Kirchengemeinde

Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr hat mich schon immer die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen begeistert. Damals war ich schon aktiv in Jugendfreizeiten, hatte Kindergottesdienste gehalten und vieles mehr. Für mich war es einfach keine Frage, dass ich auch beruflich diesen Weg einschlagen würde.

1999 las ich eine Stellenausschreibung in der Zeitung für die Position als Jugendleiterin. Darauf habe ich mich beworben und wurde eingestellt. Allerdings fehlte mir die formale Qualifikation. Ich brachte zwar weitreichende Erfahrungen mit, war aber eine Quereinsteigerin, der formal die spezifische Qualifikation fehlte.

Als ich von einem Bekannten erfuhr, dass es die Möglichkeit einer Ausbildung zur Diakonin gab, ergriff ich sofort meine Chance. Das Schöne an dieser zweijährigen, berufsbegleitenden Ausbildung war, dass ich auch vertiefendes theologisches Fachwissen vermittelt bekam, das ich in meiner täglichen Arbeit sinnvoll einsetzen kann.

Mein Arbeitsgebiet ist sehr vielseitig. Themen wie das soziale Miteinander, die Auseinandersetzung in Glaubensfragen sowie der freizeitpädagogische Bereich gehören hierzu. Daneben habe ich auch mit Familien zu tun. Ich begleite Menschen von Kind an bis zum Erwachsenenalter. Genau das fasziniert mich, diese Entwicklung miterleben zu dürfen … und ich habe sehr große Gestaltungsfreiräume.

Sehr positiv finde ich, dass die Kinder und die Jugendlichen in unseren Einrichtungen entspannen können. Sie können Dinge ausprobieren ohne Leistungsdruck, ohne die Angst zu scheitern.

Der Beruf der Diakonin, des Diakons hat aus meiner Sicht sehr gute Zukunftsperspektiven. Sie sind in sehr unterschiedlichen Arbeitsbereichen einsetzbar, zum Beispiel auch in der Gemeindepädagogik, in der Frauenhilfe oder der Seniorenarbeit. Eine Weiterentwicklung in dem Beruf ist ebenfalls möglich, zum Beispiel kann man sich ordinieren lassen und damit auch Amtshandlungen eines Pfarrers/ einer Pfarrerin übernehmen, wie zum Beispiel die Taufe oder den Predigtdienst. Für diesen Beruf sollte man Flexibilität und Offenheit sowie die Bereitschaft, auch religiöse Themen zu vermitteln, mitbringen.