Hendrik Kranenburg, Diplompädagoge

Diplompädagoge – Mitarbeiter Diakonie für den Arbeitsbereich Vormundschaften/ gesetzliche Betreuungen

Die größte Freude bereitet mir, wenn ich sehe [...], wie erleichtert und entspannt die betreuten Menschen oft sind, wenn wir Lösungen für die Probleme gefunden haben.

Ursprünglich komme ich aus der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Hilden. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr war ich schon ehrenamtlich in diesem Bereich aktiv.

Nach meinem Studium der Pädagogik in Köln mit dem Abschluss Diplom-Pädagoge bekam ich ein Angebot von der Kirchengemeinde Hilden für die Leitung der Kinder- und Jugendarbeit, in der ich zehn Jahre lang arbeitete. Es folgten später weitere Etappen in meinem beruflichen Werdegang. In dieser Zeit absolvierte ich eine Ausbildung zum Systematischen Berater und Familientherapeuten. Schließlich stieg ich in meinen jetzigen Job ein.

Hier kümmere ich mich in dem Bereich der Vormundschaften um Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, in dem Bereich gesetzliche Betreuungen um Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr. Beide Arbeitsbereiche unterscheiden sich sehr.

Bei den Vormundschaften betreue ich zum Beispiel minderjährige Flüchtlinge. Die Aufgaben sind hier sehr vielseitig: Behördengänge, Anmeldungen, Formulare, Unterschriften leisten, Schulanmeldungen, also alles das was auch Eltern normalerweise tun. Ich habe viel mit der Ausländerbehörde, Asylfragen und dem Jugendamt zu tun. Die Jugendlichen wohnen meistens in Wohngruppen. Gesetzlich ist die Vormundschaft für Menschen unter 18 Jahren, die keine Erziehungsberechtigten haben, vorgeschrieben.

Die gesetzliche Betreuung setzt immer den freien Willen der zu betreuenden Person voraus. Es handelt sich hier um keine Vormundschaft. Ich unterstütze erwachsene Menschen, die Dinge nicht mehr vollständig alleine erledigen können. Die Gründe hierzu können zum Beispiel psychische Erkrankungen sein oder eine Demenz-Erkrankung.

Die Unterstützung leiste ich in Gesundheitsfragen (zum Beispiel die Begleitung zur Ärztin/ zum Arzt). Wohnungsangelegenheiten, Finanzen, Behördengänge können weitere Felder sein.

Die größte Freude an meiner Arbeit bereitet mir, wenn ich sehe – schon am Gesichtsausdruck – wie erleichtert und entspannt die betreuten Menschen oft sind, wenn wir Lösungen für die Probleme gefunden haben und sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine dastehen.

Wichtig für eine solche Tätigkeit ist, dass man sich selbst gut kennt, auch seine Schwächen. Grundvoraussetzung ist ebenfalls, dass man viel Empathie und Geduld mitbringt und sich gut abgrenzen kann.

Meine Empfehlung ist, nach einem Pädagogikstudium oder einem alternativen erst einmal in der Beratung, wie beispielsweise der Familienarbeit, der Erziehungshilfe oder der Kinder- und Jugendarbeit zu beginnen, um Erfahrungen zu sammeln, bevor man in das Arbeitsfeld der Vormundschaften und gesetzlichen Betreuungen einsteigt.

Es ist auf jeden Fall ein Beruf mit Perspektiven.